Mittwoch, 3. Mai 2017

Colitis Ulcerosa

Zwar habe ich es schon mal erwähnt, dass ich unter Colitis Ulcerosa leide, aber bis jetzt hab ich nie erkärt worum es sich bei der Erkrankung eigentlich handelt.

2009 wurde diese chronische Erkrankung das erste mal bei mir festgestellt. Damals dachte ich mir nicht viel dabei und war einfach froh, als die Symptome nach und nach abgeklungen sind.

Seit 2015 lebe ich nun in einem Schub (damit sind die Zeiträume gemeint, in denen die Krankheit akut auftritt). Seit dieser Zeit habe ich es vielleicht 2-3 Monate geschafft, in Remission zu kommen (das bedeutet, "relativ" gesund zu sein und die Krankheit ruht).

Doch was ist Colitis Ulcerosa genau?





Colitis Ulcerosa gehört zu den CED´s ( chronisch entzündlichen Darmkrankheiten). Laut den Ärzten hat man diese ein Leben lang und es gibt keine Heilung. Eine weitere CED wäre z.B. Morbus Crohn.

Ich versuche es hier so einfach wie möglich zu erklären, um einen einfach und groben Überblick zu geben. Sollte jemanden dieses Thema näher interessieren oder gar selbst betroffen sein, hierzu gibt es ausreichend Lektüre.




Bei der CU (Colitis Ulcerosa) ist nur der Dickdarm betroffen. Mal nur der untere Teil, kann sich aber auch je nach Intensität des Schubs über den gesamten Dickdarm ausbreiten

Anders als bei Morbus Crohn (bei MC kann die Entzündung vom Mund bis zum Anus reichen und alles befallen), geht die CU mehr auf die Fläche und nicht so stark in die Tiefe der Darmschleimhaut. Dennoch kann die CU - je nach Stärke und Dauer die gesamte Darmschleimhaut so gravierend zerstören, dass sowohl die Darmflora, als auch die eigene Darmwand beschädigt/zerstört wird. Zudem kann der Schließmuskel am Anus durch ständige Flatulenzen / Blähungen und Durchfälle so stark gedehnt werden, dass man den Stuhl nicht mehr halten kann.
 
In schlimmen Fällen wird der Dickdarm ganz oder auch teilweise entfernt und man erhält einen Stoma (künstlichen Darmausgang, bzw. einen Beutel)

Das schlimmste Szenario ist der Durchbruch des Darms oder eine Sepsis/Blutvergiftung.

Die CU breitet sich vom Rektum (Proktitis), über die linke Seite nach ob bis zum Ende des Dickdarms aus. Vor dem Dünndarm stoppt die CU. Je nach Ausbreitungsgrad hat wird sie verschieden benannt z.B. linksseitige Colitis, Flexum, oder Backwash-Ileitis (hier ist der gesamte Darm begroffen).

CU tritt meist zwischen dem 25-30 Lebensjahr auf und Männer wie Frauen sind gleichermaßen betroffen. Laut www.dccv.de (Deutsche Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa Vereinigung) gibt es schätzungsweise 168.000 Menschen in Deutschland betroffen.


Ursachen:

Bislang ist keine konkrete Ursache für den Ausbruch der Krankheit bekannt. Es können sowohl genetische und/oder psychische Gründe, als auch Ernährung und/oder Infekte eine Rolle spielen.

Beschwerden:

Bauchschmerzen, Blähungen und starke Durchfälle bis zu 30-40 mal am Tag (was einem "Behinderungsgrad" von über 80% entspricht). Durch die zerstörte Darmflora bricht das  Immunsystem (der Darm beinhaltet ca. 80% unserer Immunzellen) zusammen. Die Entzündungen nehmen von alleine zu. Der Körper greift sich selbst an, da er nicht mehr zwischen feindlichen und körpereigenen Zellen unterscheiden kann. Daher spricht man hier auch von einer Autoimmunerkrankung.

Durch die vielen Durchfälle (welche in akuten Schüben oft wässrig, blutig und vom Schleim sind - ja leider, so schmerzhaft sind sie auch, wie sichs anhört), leidet man an Dehydrierung, Nährstoffmangel und starkem Gewichtsverlust. 10 kg Verlust an Körpergewicht ist in 2 Wochen keine Seltenheit. Das habe ich selbst schon erlebt und danach durch das Cortison wieder zugenommen. 
Man hat keine Energie mehr, und fühlt sich ausgelaugt, müde und oft kommt auch eine depressive Phase hinzu. In dieser Zeit kann man soviel essen wie man möchte, es rast einfach nur so durch den Körper. Viele verlieren daher den Appetit, weil sie keine Lust mehr haben.
In schlimmen Fällen/Schüben muss man daher stationär behandelt werden und erhält Infusionen und künstliche Ernährung.

Medikation:

Da spreche ich jetzt nur von mir selbst und gebe keine Ratschläge oder der gleichen. Solltest du an dieser Krankheit leiden, konsultiere bitte einen Arzt und sprich mit ihm über mögliche Behandlungsmöglichkeiten.

Ich bekomme in meinen Schüben Cortison/Prednisolon (entweder als Rektalschaum, Einlauf oder wie jetzt in Tablettenform 50-100mg täglich ). Als "Langzeittherapie" nehme ich Mesalazin 2000mg täglich. Zusätzlich zu diversen "Naturpräparaten". Da ich lieber auf die Unterstützung aus der Natur vertraue, als irgendwelche Hämmer zu schlucken. Was manchmal leider sein muss, bevor man Hops gehen würde....




"Alternativ" nehme ich noch täglich Weihrauchkapseln, abends Leinsamen und Flohsamenschalenpulver, Teufelskrallen-, Mariendisteltabletten. Wegen Mangelerscheinungen habe ich bis vor kurzem Vitamin D und Vitamin B-Komplex genommen (meine letzten Blutwerte waren aber dahingehend in Ordnung). Zusätzlich Eisenkrauttinktur und Magnesium, sowie Pedimol Salbe für die Gelenke.

Zudem würde ich gerne eine Fastenkur einlegen.

Begleiterscheinungen:

Bei mir stellen sich zusätzlich chronische Gelenkschmerzen ein, besser bekannt als "rheumatoide Arthritis". Sprich Gelenkentzündungen ( Finger, Handgelenk, Ellenbogen, Knie, Füße). Mir wurde gesagt, dass trete häufig bei CED Patienten auf.
2 Autoimmunkrankheiten YAY! ....

Aber ich tu mein Bestes. Ich achte gut auf mich und meinen Körper. Lebe MEIN Leben. Bin glücklich und freu mich der Tage die ich hier bei meinen Lieben habe. Genieße MEIN Leben.

Tips:

  • - Viel Trinken ! 

  • - Ordner anlegen ! Leg dir (auch bei anderen Erkrankungen empfohlen) einen eigenen Ordner für dich an. Lass dir alles geben, von jedem Arzt / Krankenhaus / Kur oder sonst wem. Laborwerte, Befundberichte etc. Schreib dir alles chronologisch auf "welche Erkrankung hast du wann gehabt, was hast du genommen etc.". Das ist GOLD WERT ! Solltest du Ärzte wechseln, hast du immer alles für dich parat und kannst es dem nächsten als Kopie zur Behandlung und Anamnese weiter geben. 

Ich bin eh darfür, dass alles auf der Krankenkassenkarte gespeichert sein sollte. Deine gesamte Krankenakte. Erspart viel Zeit, Mühe und Frust.

  • - Sei selbst aktiv !  Nimm Diagnosen und Rezepte nicht einfach so hin. Schau genau hin, "was wird dir verschrieben?" - les die Packungsbeilagen genau durch. (Mir wurde schon ein Medikament verschrieben, welches als Gegenanzeige  hatte " nicht verwenden bei... Colitis Ulcerosa...") Les soviel du kannst selbst über deine Erkrankung. Was gibt es für Heilmethoden ausserhalb der "Standartbehandlung"? Was tut dir selbst gut?


  • - Gib niemals auf ! Egal wie schwer die Diagnose erstmal ist und man es einen runter zieht, bleib stark und bewahr dir deinen Frohsinn ! Nur ein glücklicher Körper kann auch ein gesunder Körper sein. Du glaubst garnicht, wie stark deine Selbstheilungskräfte sein können, wenn du den Kopf oben hältst und an dich glaubst, dich und deinen Körper gut und gesund behandelst. Liebe dich selbst, auch oder gerade wegen deiner Erkrankung! Achte auf dich! 

Alles hat meist seinen Sinn ! 

Ich wollte noch einen Beitrag über Karma schreiben, da ich glaube, dass z.B. Erkrankungen nicht immer eine Sache des eigenen Karmas sind, sondern auch als "schlechter Wunsch" einer anderen Person gegenüber dir selbst sein könnte. Früher sagte man, "man bekam den bösen Blick". *lach* Doch hier sei gesagt - das fällt alles auf denjeningen 3fach zurück. ;) Also keine Sorge, die Person triffts dann noch schlimmer. Doch keine Schadenfreude aufkommen lassen, denn es gilt auch für gutes und somit - Mitgefühl und gute Gedanken / Wünsche auch für diese Person - das kommt nämlich auf einen selbst zurück. Tja an sowas glaub ich halt auch.

Somit hoffe ich, ich konnte euch einen kurzen Einblick in meine Erkrankung geben. Fragen kannst du mir gerne Stellen, per email oder zum Austausch, falls du auch betroffen bist. Wie gesagt, dies hier spiegelt nur meine Erfahrung wieder und kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Auf eure Gesundheit !

Eure Yvonne


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