Mein Leben und ich - Mein Weg zu mir selbst !


Ein Leben lässt sich schwer nur in ein paar Zeilen quetschen und ich möchte gerne meine Geschichte mit Dir teilen. Ich möchte Mut machen für schwere Zeiten und zeigen, dass du nicht alleine bist. Dass man alles schaffen kann und auch schlechte Zeiten vorüber gehen.


Das Thema Essen und auch Übergewicht spielten bei mir schon früh eine Rolle. Zwar war ich als Kind immer sehr sportlich und hatte Normalgewicht, doch mit der Pubertät und „jugendlichen Sorgen„ kamen die Pfunde. Ich versteckte mich hinter großen, dunklen XXL T-Shirts, obgleich ich sie gar nicht ausfüllte und das für lange Zeit. Auch das Thema "ich bin Frau, ich steh zu mir und meinen Rundungen" kam erst spät bei mir auf. Erst nach und nach traute ich mich mehr. Mit 14 folgten die ersten Diäten, wie Formula (da verlor ich schnell mal 4–5 kg, änderte aber nie was an meiner Ernährungsweise), Weight Watchers (ich aß nie soviele Punkte, wie ich durfte und nahm dabei nicht mal ab).


Mit 14 wurde ich auch aus ethischen Gründen Vegetarierin. Zu der Zeit gab es das Thema Vegan noch nicht wirklich oder es war zumindest nicht in den Medien vertreten wie jetzt, das war um 2000. Mit 17–18 war ich viel unterwegs und nahm auch ab. Mit 21 fing ich an zu Joggen und landete auf 70 kg, bei einer Größe von 1,68 cm. Es ging mir zum ersten Mal richtig gut. Ich aß viel Salat und Gemüse und fühlte mich in meiner ersten eigenen Wohnung pudelwohl.



Dann kam die Zeit mit meinem Ex (Beziehung ging 7 Jahre) und es verändert nicht nur mein Essverhalten – unbewusst, sondern auch meine Fitness, die ging nämlich gegen 0. Wir pflegten ein intensives Hobby "World of Warcraft", 24/7…, man kann schon sagen, es wurde richtig gesuchtet und das über Jahre. Ich vernachlässigte leider nicht nur mich, meinen Körper, sondern auch meine Familie/Freunde (das bedauere ich zutiefst, habe mir selbst aber schon vergeben) und bedauerlicherweise auch meine Schule (das wurmt nich noch etwas, hat halt einfach so sollen sein). Zu der Zeit ging ich zur Berufsoberschule, um mein Abitur nachzuholen und wollte freiwillig (bevor ich die Beziehung und WoW kannte) das letzte Jahr wiederholen um das Abi mit besseren Noten abschließen zu können. Leider hab ich dann die 13. Klasse mit Fachhochschulreife in der Tasche, abgebrochen. Einem Durchschnitt, der hätte besser sein können. Ich weis ich hätte viel besser sein können! Aber was will man erwarten, wenn man die Abschlussprüfung schreibt, ohne das Jahr über überhaupt dafür gelernt zu haben (man hat ja am PC gehangen...) Ich arbeitete zusätzlich im Büro gerade soviel, dass es reichte. Wir saßen nur vor dem Rechner, tagein tagaus und zockten dieses Spiel. Das Gewicht wurde mehr und mehr. Da kam der Vorschlag doch mal wieder Fleisch zu essen "es sei ja so lecker und man könnte ja auch Bio essen". Das tat ich dann leider auch, 2 Wochen voll gepackt mit Hack-Kartoffelauflauf, Käseüberbackenem, Pizza, Speck und Ei zum Frühstück…. Die Auswirkungen waren katastrophal. Ich bekam Magen-Darmprobleme und Neurodermitis im ganzen Gesicht, Hals, Hände und Rücken. Große rote und trockene Flecken überall, ich konnte die Haut richtig runter schälen und es tat sehr weh. Cortisoncremes halfen dann und ich strich Fleisch für immer von meinem Speiseplan. Dieses Mal nicht nur aus ethischen Gründen, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen.
 



2009 brach dann die Autoimmunkrankheit Colitis Ulcerosa bei mir aus. Es ging mir wochenlang schlecht, ich baute körperlich ab, nahm aber nicht wirklich ab (soweit ich mich erinnert). Erst der Umzug von Marburg (Hessen) zurück zu meinen Eltern half mir gesund zu werden und es folgten Wochen mit Cortison. 

Was mir auch half – kein Internet bzw. sehr langsames. Wochenlang. Bevor wir in die neue Wohnung konnten, lebten wir bei meinen Eltern im kleinen Holzhäuschen in der Waldwohnsiedlung. Mitten im Grünen. Was immer noch ein Kraftort für mich ist und ich genieße jede freie Zeit, die ich dort verbringen darf.
Das Internet war zwar da, aber zu langsam um weiter exzessiv zu "zocken". Das holte mich aus meinem Trott und gab mir wieder Halt, eine erste Richtung. Ich ging viel raus ins Grüne, wir wanderten, ich begann zu Nähen und mich wieder für mich selbst zu interessieren. Raus aus meinem Versteck. Da kam die Frage auf "Wer bin ICH überhaupt?". Für mich gab es immer nur ein WIR - da ich ihn sehr geliebt habe. Für diese Wende, bzw. den Umzug bin ich sehr dankbar. Vorallem auch meinen Eltern und meiner Oma. Danke ! Ich hab euch wahnsinnig doll lieb - ihr seid die Besten !



In der neuen Wohnung begann der Trott leider von vorne, nicht mehr sooo schlimm wie vorher, aber es war eine einzige Trettmühle (beruflich, Beziehung, körperlich und seelisch). Das "Zocken" ging weiter, obgleich ich nebenher Vollzeit und  dann Teilzeit gearbeitet habe und dann noch ein Studium dazwischen kam.


Nebenher fing ich dennoch an, mich noch mehr mit meiner Ernährung zu beschäftigen. Ich wurde Veganerin, testete Rohkost und Heilfasten ( war ein super Erlebnis diese 2 Wochen, ich trank viele frische Säfte). Ich nahm zwar nicht ab und pendelte so um die 80 kg, aber es ging mir wesentlich besser.



Ende 2013. Ich wog 98 kg und wusste, ich will die 100 kg nicht überschreiten.








In unserer Firma ging es Rund – Umstrukturierung, 80 % der Kolleginnen wurden oder hat selbst gekündigt. Ich ging auf Teilzeit, um einer anderen ein Bleiben zu ermöglichen. Das Jahr war auch das Jahr meiner Sternenkinder, ich habe 2. Es tat weh, aber im Nachhinein, haben die 2 Kleinen es richtig für sich und für mich entschieden. Es hat nicht sollen sein. Es war auch wieder ein Jahr der Beziehungskrisen, der letzte Rettungsversuch hat nichts gebracht. Ich wollte oft gehen, die Beziehung beenden, ich habe viel geweint, geschrien getobt. Wir hatten über die Jahre immer dieselben Probleme. Dieselben Diskussionen. Nichts änderte sich. Auch wenn wir wirklich schöne Zeiten hatten und ich ihn sehr geliebt habe, es fühlte sich nur leider nicht oft wie eine Partnerschaft an, wie ich sie mir vielleicht gewünscht oder sie zu dem Zeitpunkt wirklich gebraucht hätte. Es war mehr wie eine sehr enge Freundschaft und ich fühlte mich ihm so sehr verbunden, wie ich es sonst nicht kannte. Ich habe auch meine Fehler in der Beziehung gemacht und das tut mir sehr leid. Doch das gehört nicht hier her - es ist vorbei. Ich bin ihm dankbar für die schöne Zeit, die wir hatten, es hat eben so sein sollen und ich wünsche ihm, wo er auch ist und was er auch macht  - alles gut auf seinem Weg. Er wird immer Teil meines Herzens und meiner Erinnerung sein.



Mai 2014 war sowohl eine schlimme, als auch eine gute Zeit.  Es kam zur Trennung. Ich fühlte mich vorher immer eingesperrt, wie in einem Käfig. Ich hatte selbst immer das Gefühl, eine Wand in mir zu haben. Privat, beruflich, egal was ich machte – da war diese Blockade in mir. Ich war gefangen. Doch in der Nacht der Trennung empfand ich zum ersten Mal eine innere Stärke und Gelassenheit wie ich sie noch nie gespürt hatte – ich wusste es ist richtig so wie es ist und es ist an der Zeit. Trotz vieler Tränen war ich innerlich ruhig.  Viel Schmerz und Trauer empfindet man dennoch lange Zeit. Nach so einer langen Beziehung ist das normal, vergeht aber auch mit der Zeit. Der Schmerz vergeht zum Glück. :) Ich denke an das Gute zurück und lass es einfach sein - habe los gelassen.



Nun habe ich den Mann gefunden, der zu mir passt. Eine Beziehung die mich jeden Tag glücklicher macht. Und dafür bin ich so dankbar. Dafür bin ich ihm dankbar ! 2018 ist unsere Hochzeit und wir freuen uns schon sehr darauf. Familienplanung steht auch schon, aber erst nach meiner Ausbildung. Alles hat seine Zeit. :)



2014 Ich begann zu joggen – täglich. Ernährte mich gesünder den je und nahm schlagartig ab.









Von über 90 kg auf 75 kg in nur wenigen Monaten. So frei hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Ab da ging es mit meinem Leben schlagartig bergauf. Die innere Blockade war plötzlich wie weggeblasen und ich zog zu meinem jetzigen Verlobten.



Ende 2015 stürzte ich schwer die Treppe hinunter. Bänderriss im Sprunggelenk, schwere Prellungen auf der ganzen rechten Seite und in den Handgelenken. Rehabiliation und Schmerzen über Monate. Zudem kamen noch der Scheidungstermin und ich verlor eine sehr enge Freundin, die mir wie eine Schwester war. Folge -  mein Kreislauf machte einfach schlapp und ich landete im Krankenhaus.



2016 war das Jahr meiner Krankheit CU.  2 Bauchspeicheldrüsenentzündungen kamen noch dazu und meine Colitis Ulcerosa brach heftiger aus denn je. Ich konnte für ein Jahr das Haus nur kurzzeitig verlassen, es musste überall immer schnell eine Toilette zur Verfügung stehen. Alles musste geplant sein (in den Urlaub fahren war extrem nervenaufreibend). Und ich verbrachte am Tag sicherlich meine Zeit 30–40 x im Bad... Schwere Durchfälle, Schmerzen, kein Durchschlafen nachts und das Gewicht purzelte auf 63 kg runter. Innerhalb von Wochen. 






Ich sah sehr krank und ausgezerrt aus,wenn ich nicht lächeln konnte. Mein Kreislauf und mein Körper waren am Ende. Ich wechselte den Arzt und es folgten über 20 Wochen Cortisontabletten. Alles half nichts, keine Remission. Es wurde nur teilweise besser und pendelte sich am Ende so ein, das es mir wieder relativ gut ging, obwohl die Werte etwas anderes sagten.


2016 hatte ich noch eine vegetarische Phase, auf Anraten einer Ernährungsberatung und da ich die Ketogene Diät probiert habe, hatte ich hierfür vermehrt Ei, Milchprodukte und Käse (nur mikrobielles Lab und alles Bioqualität) gegessen. Die Auswirkung auf meinen Körper war wieder katastrophal. Mehr Durchfälle, Ausschläge und rote Pünktchen. Also hat es sich wieder bestätigt – ich vertrage tierisches Eiweiß nur in sehr geringen Mengen  oder am besten garnicht erst essen!



Vegan ist für mich am gesündesten. Außerdem ist es ethisch, sowie aus ökologischer Sicht eh besser! :)



Januar 2017 kam es zu meinem persönlich Quantensprung! Es hat mein Leben nochmal verändert und ich bin so unsagbar dankbar für alles. Jeden Tag !



Aufgrund der neuen Medikation die ich Weihnachten 2016 anfing (Azathioprin), bekam ich eine schwere Magenschleimhaut + Zwölffingerdarm + Bauchspeicheldrüsenentzündung und musste im Januar 2017 unter starken Bauchkrämpfen, Erbrechen und Kreislaufkolaps in die Notaufnahme. Dort musste ich mich mehrfach vor Schmerzen übergeben und wurde von den Ärzten, aus Panik vor einem Virus, allein auf die Isolierstation verfrachtet. 1 Woche, allein, nur ich. Die ersten Tage waren hart. Ich dämmerte vor mich hin vor lauter Schmerzmitteln und hochdosiertem Cortison (100 mg pro Tag). Ich bekam rund um die Uhr Infusionen. Doch am 3. Tag ging es mir schlagartig besser. Keine Schmerzen mehr -  nirgends, KEINE Durchfälle ( ich konnte wie jeder normale Mensch zur Toilette) und ich lag oder sahs einfach nur da, sah aus dem Fenster auf das schöne Städtchen Gelnhausen, auch nachts. Ich genoss die Zeit, die Stille (das TV-Programm finde ich doof – Volksverblödung hoch 10, bis auf sehr wenige Ausnahmen), ich las sehr viel (hierzu gibt es einen extra Blogeintrag) und machte eine persönliche Weiterentwicklung, die man nur mit einem Quantensprung beschreiben kann. Meine Mum meinte, es wäre bei mir so, wie damals bei den Naturvölkern, wenn Jugendliche ausziehen, um allein in der Wildnis sich selbst zu finden oder wenn Weise/Schamanen sich in eine Höhle zurück ziehen, um eine höhere Ebene zu erreichen. Ich machte Yoga, soweit es mit den Schläuchen ging. Im KH habe ich auf vegane Schonkost bestanden und trank viel Tee und Wasser, zusätzlich zu den mind. 3 Liter Infusionsbeuteln. Es ging mir jeden Tag besser und ich wusste auch, was ich nun beruflich machen möchte, endlich. Ich habe meinen Weg im Leben gefunden(hierzu später mehr). Ich fand meine Lebensmantras: 

"Alles hat seine Zeit!"

" Alles ist gut so, wie es ist!" 

und wenn mal etwas nicht so laufen sollte, wie es soll:

 " Alles geht vorbei !" 

Lebensfreude pur durchströmt mich seit der Woche -  Kraft und positive Energie!


 
Als ich am Freitag das Krankenhaus verlies, war ich sooooo voller Energie.



Ich habe mein komplettes Leben durchgeputzt. Sehr vieles weggeschmissen, ausgemistet, geputzt, organisiert, aufgeräumt, strukturiert und ordentlich gemacht. Ein kompletter Rundumschlag in meinem Leben ! Ich habe mich noch nie so gut, so wohl und so im Fluss des Lebens gefühlt. Alles läuft seit dem wie am Schnürchen, jeden Tag. Jedes Timing stimmt, von der grünen Ampel, Parkplätze, über das Kochen und sogar der Postbote kam immer so, dass ich alles zeitnah erledigen konnte, was ich wollte. Egal was es ist, es fließt alles perfekt ineinander! :)



Und ich habe 2 Wochen durchgepowert bis ich wirklich alles fertig hatte. Ich bin morgens schon um 5 Uhr wach geworden und startklar für den Tag. Abends falle ich wohlig erschöpft spätestens um 22 Uhr ins Bett.


Ich kann jeden Tag vormittags meinen Sport machen:
Montag, Mittwoch und Freitag ins Fitnessstudio 30–60 Minuten Muskelaufbau. Joggen, fast jeden Tag. Dienstags Yogastunde plus Übungen zuhause.



Ich esse vegan, noch Schonkost und baue langsam meine gesunde Ernährung (Vollkorn, Clean-Eating + Low Carb) wieder auf. Auch verzichte ich seit dem auf Zucker und alles was Weizen enthält. Am liebsten nehme ich Dinkelvollkorn oder Kamut. Bald möchte ich wieder richtige Dinkelvollkornprodukte integrieren, was aber im Moment den Magen-Darm noch zu sehr reizen könnte. Auch Rohkost oder viel Obst ist im Moment noch nicht drin.



Beruflich tut sich in nächster Zeit auch einiges. Daumen drück. :)



Als ich aus dem Krankenhaus kam, wog ich wieder über 75 kg, da ich durch die hohe und vorallem lange Cortisongabe ordentlich an Wasser zugelegt hatte. Nun wird das Cortison pro Woche schrittweise reduziert und das Wasser geht langsam weg. Vor allem das Mondgesicht störte mich schon sehr.




Innerhalb der 2 Powerwochen, war ich so aktiv, plus den Sport, dass ich nun wieder auf 68 kg gekommen bin! (Update 04.02.17 = 66,4 kg YEAH !)








Das freut mich so sehr und ich möchte mich irgendwo zwischen 65 und 59 kg einpendeln. So wie ich mich wohlfühle und mir im Spiegel gefalle. Den Körper definieren, wie man gerade so schön sagt. Das Bindegewebe ist noch schwach und es fehlt mir die Stärke in den Muskeln. Aber das wird alles, Stück für Stück.



Das war jetzt reichlich Text – es ist ja auch ein Leben und 30 Jahre lassen sich nicht so einfach kürzen. Danke, wenn du soweit gelesen hast. Vielleicht konnte ich dir hiermit einen kleinen Einblick in meine Vergangenheit und meinen Werdegang geben. Was mich bewegt und was mich verändert hat und mich schließlich zu dem macht, wer und was ich nun bin.



Ich bin dankbar für meinen Weg, die Höhen und Tiefen und die Menschen die mich begleiten und da waren. Nun blicke auf eine wundervolle Zukunft und freue mich jeden Tag meines Weges. Schritt für Schritt. 

Achtsamkeit und Dankbarkeit begleiten mich und ich suche nun die Balance zwischen der Aktivität/ Energiegeladenheit und der Ruhe/Gelassenheit.



Danke !

Eure Yvonne


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